Ende einer Ära und Neubeginn beim TSV, Übungsleiterin Uta Poppe hat das Kinderturnen geprägt.

Text und Bild Ingo Rodriguez, NP

Es ist ein Abschied mit Wehmut: „Es war immer sehr schön, die Kinder aufwachsen zu sehen und sie dabei zu begleiten“, sagt Uta Poppe. Als Übungsleiterin hat sie beim TSV Wennigsen 14 Jahre lang die Entwicklung des Kinderturnens entscheidend mitgeprägt. Doch jetzt ist Schluss, die 55-Jährige hört als Trainerin auf. „Alles hat seine Zeit“, sagt Poppe. Beim TSV endet eine Ära. Jetzt wird für rund 50 Kinder eine neue Betreuung gesucht.

Es war im Jahr 2012, als Poppe quasi über Nacht auf ihren Posten kam: „Ich war selbst beim TSV als Turnerin aktiv und wurde angesprochen, weil für das Kinderturnen eine Übungsleiterin gesucht wurde“, erzählt die Frau aus Wennigsen. Gleich am nächsten Tag habe sie mit der neuen Aufgabe begonnen. Ein Seminar für ihre erste Übungsleiterlizenz habe sie erst später besucht.

Trotz der zunächst fehlenden Lizenz hielt es Poppe für sinnvoll, den vakanten Posten zu übernehmen. „Eine motorische Grundlagenausbildung, Spaß und Bewegung sind wichtig für Kinder“, beschreibt Poppe ihre Haltung. Ohnehin habe sie sich auch damals dem Sportverein schon verbunden gefühlt. „Ich bin in Wennigsen aufgewachsen und war schon in meiner Kindheit Mitglied beim TSV“, sagt die verheiratete Mutter von drei erwachsenen Kindern.

Aus dem Kreis der Familie gab es anfangs tatkräftige Unterstützung. „Zwei meiner Kinder haben mir früher als Assistenz beim Kinderturnen geholfen“, berichtet Poppe.

Großes Engagement für den neuen Posten

Ihre neue Aufgabe nahm Poppe von Anfang an sehr ernst: „Für mich war es immer wichtig, mit einem Plan in die Übungsstunden zu gehen“, sagt sie. Thementage und Mottos seien zwar nicht zwingend notwendig. Trotzdem habe sie immer nach Anregungen gesucht. „Im Internet und auch bei Fortbildungen für die Lizenzverlängerungen“, sagt Poppe. Sie habe sich auch oft zu Seminaren angemeldet, deren Kosten der TSV übernommen habe. Von den Teilnahmen habe sie auch mit einer höheren Aufwandsentschädigung im Übungsleitervertrag profitiert.

Viel höher schätzt Poppe aber einen anderen Lohn für das ehrenamtliche Engagement ein: „Es ist so schön, wenn die Kinder mit leuchtenden Augen ankommen.“ Und es sei sehr bereichernd, deren Fortschritte zu beobachten. „Wenn sich Kinder immer mehr zutrauen, sind sie total stolz“, so Poppe. Deshalb sei es auch für sie selbst immer eine große Freude gewesen, das Selbstbewusstsein und den Bewegungsdrang der Jungen und Mädchen zu fördern.

Zu ihren Erinnerungen zählen aber auch kleine Konflikte und Misserfolge: „Tränen, Streit und Stürze gehören beim Kinderturnen einfach dazu, aber das ist beim Nachwuchs in diesem Alter schnell vergessen“, sagt Poppe. Schwere Sportverletzungen habe sie als Übungsleiterin bei den Kindern nicht erlebt. „Man sollte aber immer ein Kühlkissen als Grundausstattung dabei haben, dann tut den Kids vieles schnell nicht mehr weh“, sagt Poppe und schmunzelt.

Sie erinnert sich auch gerne an Aktionen im Wald, Nachtwanderungen und Turnfeste zurück. „Die Kinder werden immer selbstständiger und wachsen einem ans Herz“, sagt die scheidende Wegbegleiterin. Trotzdem freue sie sich jetzt darauf, künftig auch an den Trainingstagen „etwas mehr Ruhe und Zeit für Haus und Garten“ zu haben.

Nach Poppes Abschied steht das Kinderturnen beim TSV vor einem Neuanfang: Für rund 50 Kinder wird jetzt eine komplett neue Betreuung gesucht. Denn: Auch die beiden Assistenztrainerinnen Leonie Becker (15) und Cleo Fink (16) hören auf. Für beide beginnen neue Herausforderungen in der Schullaufbahn.

Die 16-jährige Cleo bedauert Poppes Abschied als Übungsleiterin sehr: „Ich kenne sie schon seit der dritten Klasse, als ich selbst noch beim Kinderturnen aktiv war“, sagt sie. Unzählige Kinder seien mit Poppe groß geworden. „Dass sie aufhört, ist schade“, findet auch Cleo.

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